Über Erasmus+ habe ich im April 2026 ein Job Shadowing im Gymnasium Allee in Hamburg-Altona absolviert. Das Gymnasium, das insgesamt von etwa 1200 Schülerinnen und Schüler besucht wird, umfasst alle Schulstufen der Sekundarstufe, also die Schulstufen 5 bis 13.
Ziel des Job Shadowings war, nicht nur einen genauen Einblick in das deutsche Bildungssystem zu bekommen, sondern speziell auch den Informatikunterricht der 14 bis 16 jährigen Schülerinnen und Schüler genauer unter die Lupe zu nehmen.
Insgesamt gibt es in der Schule drei PC-Räume, wovon zwei für den Unterricht und der dritte für das Drehtürmodell verwendet werden.
Besonders interessant während meines Aufenthaltes war ein Seminar zur Einführung in deren digitales Lern- und Prüfungssystem iServ, an welchem ich an einem Nachmittag im Rahmen einer Schulinternen Lehrerfortbildung (SCHiLF) teilnehmen durfte. Abgesehen von den gesetzlichen Vorgaben erfuhr ich Details zur technischen Erstellung, Umsetzung und Durchführung von digitalen Prüfungen.
Die Verteilung der digitalen Unterlagen im Unterricht erfolgt im eben genannten System, fast gleich zu unserem Moodle System. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Systemen bei den Tests besteht aber darin, dass die Schülerinnen und Schüler über einen Safe Exam Browser, den man eigens konfigurieren muss, einen Short-Link mit eigenem Passwort eingeben müssen.
Ein Vorteil des gesamten iServ Systems ist, dass man – wenn man das komplette Hosting System besorgt – die Hardware der IT-Systemverwaltung auslagern kann. Die Frontend Verwaltung des Systems erfolgt von der Schule selbst (bzw. eines IT-Systemadministrators), während die Backend Verwaltung (Systemsicherheit, Hardware,…) an eine externe Firma ausgelagert wird.
Die praktische Anwendung zwischen iServ und auch den Vergleich zu dem bei uns gebräuchlichen Moodle-System konnte ich dann gleich im Unterricht sehen.
Im Rahmen meiner Hospitationen in verschiedenen Klassen sah ich spannende Projektarbeiten mit Scratch, html sowie PHP, die für den „Tag der offenen Tür“ vorbereitet wurden. Besonders hervorheben möchte ich, dass die Schülerinnen und Schüler ab der 9. Schulstufe eigenständig nach der Pause mit ihren Projekten weiterarbeiteten und sich auch selbstständig bei Fragen und Problemen meldeten. Die Angaben der jeweiligen Projektarbeiten waren dabei so ausgelegt, dass bestimmte fachliche Anforderungen erfüllt sein mussten, jedoch die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten.
Ich stellte fest, dass trotz ähnlichem Leistungspensum ein freundlicher und respektvoller Umgangston zwischen allen Schulpartnern und grundsätzlich ein entspanntes Schulklima herrscht.
Besonders danken möchte ich Hoang-Thach-Vu Luu, der im Vorfeld alles organisiert und mich in diesen drei Tage wirklich unterstützend betreut hat. Bedanken möchte ich mich auch bei Herrn Direktor Nebe und seinem stellvertretendem Direktor Wissen, mit dem ich auch bereits im Vorfeld Kontakt hatte und der mich sehr freundlich aufgenommen hat.
Bericht von Mag. Volker Hofbauer
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