Im Rahmen eines Erasmus+ Job-Shadowings durfte ich von 20. bis 24. April 2026 den Unterricht in der Pater Damian Schule (PDS) in Eupen/Belgien besuchen. Die Schule selbst bietet für 6 Klassen Unterricht in Form des Gymnasiums an, wobei der Lehrplan sich am belgischen System (6 Jahre Primarstufe, 6 Jahre Gymnasium) orientiert.

Das Interesse an Eupen ergibt sich aus der Region selbst, da Eupen Teil der kleinen autonomen deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ist, zugleich aber im Dreiländer- und Dreispracheneck Deutschland – Belgien – Niederlande bzw. Deutsch – Französisch – Niederländisch liegt. Die Unterrichts- und Alltagssprache war somit sowohl in der Schule als auch im Ort überwiegend Deutsch, wenngleich gleichzeitig auch frankophone Klassen mit Schüler:innen, deren Erstsprache Französisch ist, geführt werden. Diese Schüler:innen haben als zweite Fremdsprache verpflichtend Deutsch zu lernen, während die Deutschsprachigen als zweite Fremdsprache Französisch lernen.

In diesem Rahmen war der Aufenthalt in Eupen für mich als Deutsch-, Geschichte- und Ethiklehrkraft in mehrfacher Hinsicht: linguistisch, historisch und auch ethisch bei der Beobachtung und der Auseinandersetzung mit Minderheitenrechten und gelebter Mehrsprachigkeit in einem Schulgebäude höchst interessant. Doch auch der Schulalltag selbst zeigte z.B. durch ein konsequent für alle Jahrgangsstufen verordnetes Handyverbot sowie fixe Mittagspausenblöcke an jedem Tag zur selben Zeit und Sport- bzw. Freizeitmöglichkeiten (Tischtennis, Basketball, Fußball) Unterschiede zur HTL Spengergasse auf. Diese waren natürlich auch durch die Größe der PDS mit rund 700 Schüler:innen und 90 Lehrkräften gegeben: Der Alltag wirkt etwas entschleunigter und gleichzeitig auch familiärer, die meisten Menschen kennen einander. Die Klassenräume selbst waren alle mit Tafeln und Whiteboards sowie Beamern ausgestattet, Digitalisierung und die Beschäftigung mit digitalen Medien oder Inhalten fand in fast jeder hospitierten Stunde statt.

Viele Personen wie etwas auch mein Ansprechpartner Guido Havenith haben zusätzlich eine umfassende Auslandserfahrung, z.B. durch Sprach- und Kulturreisen nach Barcelona oder Wien, wobei vor allem der Kontakt zu Wien im Geschichteunterricht, aber auch im Deutschunterricht immer wieder präsent war. Ein besonderer Dank gilt daher meinem Ansprechpartner Guido Havenith für die Organisation und die wertvollen Einblicke.

Im Sinne der Erasmus+ Zielsetzungen konnte ich durch dieses Job-Shadowing wertvolle Impulse für unseren Schulalltag und den Umgang mit Mehrsprachigkeit in einer europäischen Region mit unterschiedlichen Sprachgruppen und Minderheitsstatuten gewinnen.

Bericht von Mag. Stefan Lenk MA MEd

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